Sonntag, 13. September 2009

Zu diesem Weblog und der Geschichte unserer Heldin Kartöffelchen

In diesem Weblog halte ich die Geschichte einer kleinen Knolle fest und werde sie noch weiter entwickeln.

Am Anfang gabs nur das Gedicht, ein Gedicht über ein schönes Wort: "Kartöffelchen", dessen Wohlklang und den Wohlgeschmack des mit diesem wohlklingenden Wort benannten Dings.

Dann ermunterte mich eine Leserin, eher im Scherz, das Gedicht zu vertonen. Hierzu brauchte ich eine Kartoffel, die im obligaten Videoclip zur Musik sang und tanzte. Meine Wahl fiel auf eine kleine Knolle, die bereits beim Shooting für eine Illustration des Gedichtes Modell gestanden hatte, ihr Künstlername fortan: "Kartöffelchen". Ihren wahren Namen verriet sie mir nicht. Auch blieb unklar, ob Kartoffeln überhaupt so etwas wie Namen brauchen oder kennen.

Sie entpuppte sich als liebenswertes, bissi naives Geschöpf, das man einfach nur liebhaben mochte. In der kurzen Zeit, die uns vergönnt war, ließ sie mich teilhaben an der Weisheit der Kartoffeln und anderen großen Kartoffelgeheimnissen, klärte mich auf über kosmische Zusammenhänge und den Platz, den Kartoffeln darin einnehmen. Doch sie sprach auch über alltägliche Sorgen und Ängste, wie nicht nur kleine Kartoffeln sie auszuhalten haben.

"Sprach?"

Ja, sprach! Die Videos belegen das. Wenngleich auch sich dem aufmerksamen Betrachter der Gedanke aufdrängen mag, dass hier nur einer spricht (und dabei seine Stimme verstellt), so möge er doch bei allem Zweifel der Möglichkeit Raum lassen, dass die kleine Kartoffel und ihr Ausdenker in transmedialer Verbindung standen und auf eine Art kommunizierten, die Dritten ermöglichte, teilzuhaben.

Kartoffeln sind nämlich nicht nur äußerst nahrhafte, sondern auch sehr soziale Geschöpfe. Wir Menschen, die wir vor einem grünenden Kartoffelacker stehen und an Kartoffelbrei, Chips und Schnaps denken, sind uns nur selten bewusst, dass wir Zeuge des kollektiven großen grünen Schweigens der Kartoffel sind, ein mystisches Ritual der in ihrer Gesamtheit Solanum tuberosum genannten Geschöpfe.

Wanderer, kommst du ins Tal, so künde, dass du uns hast schweigen sehen, wie das Gesetz es befahl!


Und dir, lieber Leser, sei ein vergnügliches und erbauliches Verweilchen in diesem Blog gewünscht ...

:)Ludwig Janssen (30.12.2009)

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